Programmatic Advertising auf Fake news-Websites gefährdet Markenauftritte im Netz

Die Nutzung von Google AdWords hat sich für viele Unternehmen zum äußerst beliebten Marketing-Instrument entwickelt. Gründe dafür sind die hohe Verbreitung, die einfache Nutzbarkeit, Googles attraktive Preispolitik und die wohl verhältnismäßige große Effektivität dieses Werbemediums. Dabei machen viele Unternehmen keinen Gebrauch von den Möglichkeiten, ihre AdWords-Anzeigen genau auszusteuern. Das führt dazu, dass AdWords-Anzeigen auf Websites erscheinen, die der Marke nachhaltig Schaden zufügen können. Besonders aktuell zeigt sich dieses Problem gerade am Beispiel der „Nachrichtenseite“ Breitbart, die durch ihre fremdenfeindlichen, sexistischen, populistischen und von einem journalistischen Wahrheitsanspruch weit entfernten Beiträge bekannt geworden ist. Breitbart setzt AdWords-Anzeigen an prominenter Stelle ein – nämlich direkt neben der Überschrift eines Beitrags.

Werbung für die deutsche Trivago-Seite auf Breitbart

Werbung für die deutsche Trivago-Seite auf Breitbart.

Die Online-Initiative „Sleeping Giants“ hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen auf das Problem hinzuweisen, dass sie – in der Regel unbewusst – zur Finanzierung dieser Plattform beitragen. Denn beim Programmatic Advertising legen Werbetreibende nur fest, welcher Zielgruppe Werbung angezeigt werden soll, die konkrete Website wird von den Werbenetzwerken in der Regel selbst bestimmt. Damit Breitbart nicht zum ungewollten Nutznießer sensibler Werbeetats wird, sind aufgrund entsprechender Hinweise bereits hunderte von Unternehmen der Aufforderung gefolgt, Breitbart von ihren AdWords-Kampagnen auszunehmen. Dazu gehören so prominente Namen wie Master Card und Ferrero. Wenn Sie ebenfalls Google AdWords nutzen, sollten Sie ein entsprechendes Blacklisting ebenfalls prüfen. Wie Sie das umsetzen, wird hier erklärt.

Gleichzeitig stellen sich in diesem Zusammenhang natürlich auch rechtliche Fragen, zum Beispiel zur Zulässigkeit eines solchen Boykottaufrufs oder zur Positionierung des eigenen Unternehmens gegenüber Vorwürfen, man unterstütze populistische Positionen. Gern beraten wir Sie auch zu diesen Aspekten des Onlinemarketingsrechts.